Do-It-Yourself, Nähen

Fertig genäht: Herrenhemd „Niggl“

Bei dieser schwülen Hitze bin ich häufig an der Nähmaschine zu finden – nähen geht einfach viel besser als stricken. Fertiggestellt habe ich in den letzten Tag ein sehr simpel aufgebautes Trachtenhemd, einen „Protoypen“ der Hemden, die Kerschi küftig in die Arbeit begleiten dürfen. Warum ich mir diese Mühe mache? Nun, mein Mann ist ja Techniklehrer und viel im Werkraum unterwegs. Blaumann in der Schule – doof. T-Shirts halten den Beanspruchungen aber nur kurz stand und sind spätestens nach zwei Monaten am Bauch durchgescheuert, sodass die Maschen laufen. Was tun?

Leinen und ähnlich robuste Stoffe werden hier in Bayern traditionell als „Schaffhemad“ getragen, warum also nicht auch in der Schule. Ein Schnitt war schnell gefunden und so habe ich mich in den letzten Tagen ans Werk gemacht. Mein erstes Herrenhemd seit vielen, vielen, vielen Jahren und an einigen Stellen habe ich doch ein wenig geschwitzt. Ich denke aber für den ersten Versuch ist es ganz gut gelungen, seht selbst:


Schlicht und glatt fallend. Man kann das Schnittmuster auch dahingehend verändern, dass das Hemd unterhalb der Knopfleiste eine Raffung hat. Kerschi ist aber recht schlank, da wäre das abgestanden wie ein mittelalterliches Nachthemd. Also drauf verzichtet.


Ein schlichter Stehkragen, der beim nächsten Modell ein klein wenig weiter werden muss. Das sollte aber kein großes Problem darstellen. Das verhunzte Knopfloch konnte ich – meiner Omi sei Dank – noch retten. Ich kann noch Knopflöcher manuell mit der Maschine nähen, darüber war ich sehr froh. Man sieht nichts mehr – oder fast nichts mehr.


Die Tasche hat eine kleine Stickerei bekommen. Da gibt es total vielfältige Möglichkeiten, abgestimmt auf den Stoff und den dadurch beeinflussten Stil. Ein wenig Abwechslung muss ja sein.


Und nochmal von hinten. Seitlich gibt es kleine Schlitze, das sieht einfach lässiger aus und sorgt dafür, dass das Hemd auch dann gut fällt, wenn Kerschi sich bückt. Die Ärmel sind nur gesäumt und können, je nach Jahreszeit, bis über den Ellenbogen hochgekrempelt werden.

Die Eckdaten:

Schnittmuster: Herrenhemd „Niggl“ von Mondbresal
Stoff: Mittelschweres Leinen mit Baumwollbeimischung von Glaeser Textil
Stickdatei: Aus dem „Giga Bayern Stick-Set“ von der Rock Queen

Zum Einsatz gekommen ist die W6 N9000, die Juki DX 7 (Knopflöcher), die Elna 664 Pro (Versäuberung) und die Husquvarna Designer Topaz 40 (Stickerei) mit dem kleinen Rahmen.

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