Ausflüge, Landsberg am Lech und Oberbayern

Tag des offenen Denkmals – bewusst ohne Bilder

In diesem Jahr stand der „Tag des offenen Denkmals“ unter dem Motto: „Macht und Pracht“, ein spannendes Thema wie wir fanden. In unserer Nähe öffneten das Schloss Hurlach und die Europäische Holocaust-Gedenkstätte die Pforten. Ich hatte mich sehr auf das Schloss und, wegen des für mich sehr bedrückenden Themas, etwas weniger auf die Gedenkstätte gefreut. Allerdings sollte dann alles ein wenig anders kommen als erwartet.

Das Schloss, das ich absichtlich nicht verlinke, erwies sich als ein wenig heruntergekommener Sitz einer von den christlichen Kirchen als fundamentalistisch bezeichneten Missionsgemeinde. Bei der Führung wurden wir zunächst durch einen relativ nichtssagenden Flur, Speisesäle mit schöner Holztäfelung und hässlicher Einrichtung sowie durch ein alten Gewölbegang in einen der Schlafsäle der „Jünger“ (ich habe die Bezeichnung übernommen), geführt. Die eigentlich wunderschöne, alte Kassettendecke zierten billige Ikea-Papierlampen, der wundervolle Kachelofen war durch ein roh gezimmertes Doppelstockbett zugestellt. Kerschi und ich sahen uns an und dachten das Gleiche: „WIE KANN MAN NUR?“. Im Anschluss ging es in den Unterrichtssaal, den wir als die „Aufklärung über die Ziele der Gemeinschaft begann“ fluchtartig verließen. Das sehr schmackhafte Essen aus verschiedenen Teilen der Welt, wir entschieden uns für afrikanisch, entschädigte zumindest ein wenig für den Besichtigungs-Reinfall.

Im Anschluss fuhren wir zur Europäischen Holocaust-Gedenkstätte, deren Besonderheit die mit Tonröhren auf Frankreich errichteten Erdhöhlen sind. Die Zahl der Personen, die hier gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als menschliches „Arbeitsmaterial“ inhaftiert waren war so hoch, dass unser Führer sie nicht aussprechen wollte. In nur zehn Monaten kamen etwa 23.000 Menschen zu Tode. Die Führung selbst war ausgesprochen informativ, ohne erhobenen Zeigefinger oder unangebrachte Sentimentalität.

Ein Eintrag leider ohne Bilder… In Hurlach gab es nichts abzulichten, in der Holocaust-Gedenkstätte wollte ich nicht fotografieren, denn ich hätte es unangemessen gefunden. Obiger Link bringt Euch aber zur ausgesprochen informativen Homepage der Gedenkstätte.

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