Erster Biergarten 2020 – am 09. Juli…

Die Ereignisse seit dem letzten Eintrag in Kurzform: 

– Seit Jahren immer wieder Gallenkoliken, die sich Ende Mai extrem verschlimmerten. 
– Am 14. Juni, natürlich ein Sonntag, ganztägig Bauchschmerzen, die der gerufene Sonntagsdienst als „Magenverstimmung“ abtat. 
– Montag zum Hausarzt, er fand Gallensteine. Mindestens einer davon sehr groß. 
– Dienstag direkt Aufnahmegespräch im Krankenhaus. Das ging nur so schnell, weil ein anderer Patient den Termin gecancelt hatte. Was sich als großes Glück erwies, denn…
– Mittwochs bekam ich die nächste Kolik, wieder ganztägig, Schmerzmittel halfen überhaupt nicht mehr. 
– Also hat mich Kerschi nachts um 1 in die Notaufnahme gebracht. Ergebnis: Die Gallenblase war hoch entzündet. 
– Am 18. Juni um halb 10 wurde der Mietvertrag der zahlreichen Mitbewohner fristlos gekündigt. Mit viel Unterstützung von lieben Freundinnen, denn ich hatte irrsinnige Angst vor der OP. Kerschi durfte mich trotz Corona rund um die Uhr besuchen, worüber ich sehr froh war.   

Es verlief alles gut und im Nachhinein war der Krankenhausaufenthalt inklusive Eingriff nicht schlimmer als eine Kolik, aber immer noch doof genug. Krankenhaus in Coronazeiten kann man, aber man muss nicht unbedingt ;-). 

Während der ersten Woche musste ich mich stri(c)kt schonen, also habe ich zur Häkelnadel gegriffen. Mein Tuch, dem ich den Namen „Corona meets Gallenblase“ gegeben habe, weil ich es zu Corona-Zeiten begonnen und ohne Gallenblase beendet habe, ist fertig geworden: 


In voller Größe unfotografierbar, da es an der oberen Kante fast 2 Meter misst. Häkeln hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mir zwei Woll-Kits für Decken, passend zu unserem neuen Sofa (das am Samstag, als ich in der Klinik war, vom Möbelschweden geliefert wurde – wenn dann bitte alles auf einmal) bestellt habe.

Ich bräuchte zwar für den Winter mindestens 10 Paar Socken, weil mich etliche Paare nach ich weiß nicht wie vielen Jahren verlassen haben, aber aktuell zieht es mich einfach nicht an die Stricknadeln. Da ein Hobby Spaß machen soll, jetzt eben zwei große Häkelprojekte die mich und damit auch Euch etliche Monate begleiten werden. 

Gestern dann tatsächlich das erste Mal „richtig“ Biergarten 2020. Wir waren zwar schon in Kaltenberg im Biergarten, aber eben nicht in „unserm“ Stammbiergarten in Holzhausen. Daten angeben am Eingang ist ja schon Routine geworden, aber an die weit auseinander stehenden Tische und die Maskenpflicht habe ich mich noch nicht so richtig gewöhnt. Alles ist irgendwie befremdlich, mir fehlt die Nähe zu Menschen, das einfach „irgendwo mit nahocka und ratschn.“ Aber die Hygienekonzepte sind sinnvoll, man muss nur in andere Länder blicken, von daher, nehmen wir das eben in Kauf. 

Ich habe die Kässpätzle, wie mir im Krankenhaus geraten wurde, im Magen weich auf Salat gebettet. Ich freue mich sehr, denn ich habe alles prima vertragen. Auch die Kohlensäure im Radler war, anders als noch vor einigen Tagen, kein Problem. Wie schön es ist, zu essen was ich möchte, ohne Bauchschmerzen oder zumindest einen komischen Druck im Bauch zu bekommen, ist unbeschreiblich. Ich merke erst jetzt hinterher, dass die Gallensteine schon etliche Jahre „angeklopft“ haben. Auch die Laktoseintoleranz ist verschwunden, ein Effekt, den wohl viele haben.  

Nach dem Biergarten gings noch zu Nachbarn in den Schrebergarten. Mit Freunden gemütlich um den Terrassenkamin sitzen und sich einfach entspannt unterhalten, das ist in dieser Zeit unbezahlbar. Ich weiß nicht wie wir Corona ohne den Garten geschafft hätten. Es war ein riesiges Glück, dass wir den im letzten Herbst übernehmen konnten. 

Besonders schön gestern: Das Leben fühlt sich so entschleunigt an. 
Weniger nett: Die Mücken im Schrebergarten, die uns sehr liebten, trotz „Anti-Brumm“.