Ausflug nach Nördlingen

Corona hat uns sehr ausgebremst und wir haben tatsächlich in diesem Jahr noch keinen großen Ausflug unternommen. Zwar war das Wetter häufig schön, aber die (Tages)Touristenmassen haben uns abgehalten. Corona ist nach wie vor präsent und wir wollten nach der Gallenoperation kein Risiko eingehen. Da jetzt aber in den meisten Bundesländern die Sommerferien vorüber sind und somit auch weniger Menschen unterwegs, sind wir gestern nach Nördlingen gefahren. 

Nördlingen ist die einzige Stadt Deutschlands mit komplett umlaufender, komplett erhaltener Stadtmauer. Errichtet wurde der erste Teil bereits im Jahr 1215, als Nördlingen von König Friedrich II. die Stadtrechte erhielt. Leider wurden 1238 große Teile der Stadt durch einen Brand zerstört. Der heute noch bestehende Mauerring stammt aus dem Jahr 1327.

Diese wird von imposant wirkenden Toren unterbrochen.

Für Geocacher interessant: Innerhalb der Stadtmauer und auf dem Rundweg auf der Mauer gibt es zahlreiche Dosen zu finden. 

In der Stadt finden sich zwei sehenswerte Kirchen. Dies sind der spätgotische Dom St. Georg, ab dem Jahr 1427 errichtet, mit dem weithin sichtbaren Turm „Daniel“ sowie die katholische Kirche St. Salvator, in der um 1420 entstandene Fresken zu sehen sind. Leider sind die Bilder nicht gut erhalten und man kann ihre einstige Schönheit nur erahnen. 

Nachdem ich beim Mittag essen Bekanntschaft mit einer Wespe gemacht hatte und mich von der Wirkung meines Notfall-Sets überzeugen durfte, schlenderten wir weiter durch die Stadt. Es gibt so viele hübsche Ecken zu entdecken, dass ein einziger Tag nicht ausreicht. 

Da die Sonne zwischenzeitlich herausgekommen war, wurde es richtig warm. Wir sind deshalb außerhalb der Stadtmauer durch eine wunderschöne Allee zurückgelaufen und haben den Schatten der alten, aber leider größtenteils kranken Kastanien genossen. Einige sind schon so morsch, dass sie als Ufo-Landeplatz dienen. Auch viele der alten Dächer beginnt sich die Natur zurückzuerobern.  

An vielen Häusern finden sich Infotafeln, die auf die Geschichte der Gebäude und deren Bewohner eingehen. Beim Rasten auf einer Bank fiel und ein Schild ins Auge, das sich der Hexenverfolgung widmet. Maria Holl, eine Gastwirtin, musste 62 Folterungen ertragen und wurde dann freigelassen, da sie immer noch nicht geständig war. Sie überlebte alle ihre Peiniger und verstarb 1634.

Da mein Wespenstich zu schmerzen begann, sind wir früher als geplant zurück gefahren und haben zu Hause zu Abend gegessen. Ein weiterer Besuch in Nördlingen ist aber schon geplant, denn die Stadt hat sicher auch im Herbst und Winter ihren Reiz.