Wenn man…

von einem so tollen Sonnenaufgang geweckt wird, dann kann der Tag doch nur gut werden :-). Trotzdem uns der Arbeitsalltag seit Montag wieder fest im Griff hat. Allerdings mit ein wenig „Umstrukturierung“, weil Kerschi ein zweites Jahr in der mobilen Reserve ist. Dadurch haben wir (bisher) keine festen Stundenpläne und wissen eigentlich noch gar nicht so recht, wie das neue Schuljahr laufen wird. 

Ich habe in den Ferien gemerkt, dass es bestenfalls dumm war, direkt nach der OP wieder zu arbeiten. Als ich begonnen habe mich zu erholen war die freie Zeit auch schon wieder vorbei. Ein deutliches Zeichen, dass ich mich im letzten Jahr übernommen habe. Corona war einfach doof und ich habe die Umstände um mich rum mit viel Arbeit kompensiert. Ich habe mir selbst verordnet, jetzt Stunden zu reduzieren und ein wenig mehr auf mich zu gucken. Diesbezüglich ist es natürlich vorteilhaft, dass ich freiberuflich bin und das, zumindest vorübergehend, einfach so machen kann. 


Gestern begann mein Tag mit einem gebackenen Apfelbrot. Mit meiner neuen Bosch Mum (Werbung – selbst bezahlt!) war die Verarbeitung der Früchte ein Kinderspiel. Diese müssen dann über Nach tim Kühlschrank ziehen, morgens habe ich schnell den Teig kneten lassen und während ich am Schreibtisch saß zog ein verlockender Duft durchs Haus. Dazu gab es Kaffee, was habe ich den seit der OP vermisst. „Normale“ Kaffeemaschine, Vollautomat, Pulverkaffee, Pads – das alles ging nicht mehr, denn ich bekam fürchterlich Sodbrennen. Also haben wir als letzte Option eine Kapselmaschine probiert und der Espresso, der da rauströpfelt, den mag mein Bauch. Leider mit viel Müll verbunden, aber da ich nur noch eine bis zwei Tassen täglich trinke, nehmen wir das eben in Kauf. 

Nachmittags ging es mit dem Fahrrad in den Schrebergarten. Inzwischen gehören diese 15 Kilometer an jedem schönen Tag einfach dazu. Die Gartenarbeit hält sich jetzt (für mich – noch soll ich ja nicht so schwer heben und arbeiten) in Grenzen. Gerade werden die Physalis, die doppelt so groß sind wie gekaufte Früchte, reif. Etliche Kürbisse dürften in der nächsten Woche so weit sein und die Zucchini explodiert immer noch. 

Der Lieblingsmann ist mit dem Entfernen von wild wucherndem Efeu beschäftigt. Der wird jetzt im Herbst komplett entfernt. Als Ausgleich geben wir der Kirsche eine Chance. Wir schneiden zunächst nur zurück und spritzen im Frühjahr mit Netzschwefel. Wir könnten die ganzen EfeuKirsch-Abfälle gar nicht in einem Jahr entsorgen und wer weiß, vielleicht fängt der Baum sich ja. Es geht uns bei der Rettungsaktion auch weniger um die Früchte, die gönnen wir den Vögeln. Vielmehr wäre der belaubte Baum an heißen Sommertagen  ein willkommener Schattenspender. Allerdings: So licht wie in diesem Jahr kann er diese Funktion nicht erfüllen. Drückt uns die Daumen, dass die Rettungsaktion klappt. 

Gestern Abend habe ich mir noch Nähzeit genommen und dabei festgestellt: Modaljersey tut nichts für Rubensfiguren. Das bereits zugeschnittene und mit der Overlock genähte Shirt liegt jetzt in der Altkleidersammlung.  Ich hoffe, der gestern geklebte Westenschnitt steht mir besser. Abends wird es doch schon recht kühl und ich finde Westen auf dem Rad praktischer als Jacken. Der Softshell liegt schon hier, heute möchte ich zuschneiden. 

Währenddessen habe ich „Der Junge im gestreiften Pyjama“ fertig gehört. Das Buch ist nicht weniger bedrückend als der Film, den ich bereits kannte. Hörbuch – und Lesetipp!