3. Wenn das Leben so kurz ist, warum tun wir so viele Dinge, die wir nicht mögen und so viele Dinge, die wir mögen, tun wir nicht?

Diese Frage ist wirklich schwer denn – ich tue gar nicht so wahnsinnig viele Dinge, die ich nicht tun mag. Ich liebe meinen Beruf, ich mache gerne den Haushalt und kochen, etwas das ich nicht tun mag, das übernimmt sowieso der Lieblingsmensch, der diese Aufgabe liebt. OK, Zahnarztbesuche gehören auch eher zu den Dingen, die ich nicht mag. Da muss es dann halt sein, denn wer möchte schon mit einem Steinbruch im Mund herumlaufen?

Manche Dinge, die ich im ersten Moment nicht tun mag, sind meinem manchmal etwas verqueren Charakter geschuldet. So mag ich nicht immer unter Leute gehen. Ich überwinde mich dann aber, denn meistens wird es total schön und das weiß ich inzwischen. Also überwinde ich gegebenenfalls den inneren Schweinehund, nehme ihn an die Leine und verlasse mit ihm die Komfortzone. 

Manche Dinge wie Sport müssen sein, denn sie dienen ja der Fitness und ich hoffe dadurch gesund zu bleiben. Allerdings vermeide ich Sportarten, die mir so gar nicht liegen und die ich nicht mag. Wandern und mein E-Bike, das sind sportliche Aktivitäten, die richtig toll sind, mir Spaß machen und die somit zu den Dingen zählen, die ich mag. Manchmal treibt mich auch mein Pflichtgefühl an eher ungeliebte Aufgaben. Ein gutes Beispiel sind die Steuererklärung oder die Buchhaltung. Da beiße ich mich dann durch und freue mich, wenn es erledigt ist. 

Ich überlege gerade, ob ich Dinge, die ich mag, vermeide. Aber dem ist tatsächlich nicht so, es gibt wirklich sehr wenige Dinge, die ich nicht mag. Fenster kann man putzen, wenn man Lust hat, weil das Wetter gerade zu dieser Tätigkeit passt. Das gilt auch für Unkraut jäten, zumal es sich, wie mein Vater immer sagt, größer eh einfacher ausreißen lässt. . 

Ab und an muss ich aber doch etwas tun, das ich so gar nicht mag. Das geschieht dann häufig aus Liebe zu meinem Mann. Ich denke in der Liebe darf und soll man da auch mal über seinen Schatten springen und dem anderen etwas zu-liebe machen. Nicht umsonst steckt in diesem Begriff ja das Wort „Liebe“. Das fühlt sich dann für mich auch nicht schlecht oder unrichtig an, sondern wir stehen etwas gemeinsam durch oder bringen einen doofen Termin gemeinsam hinter uns. Wat mutt dat mutt eben ;-). 

Nachdenken muss ich, ob ich viele Dinge, die ich mögen würde, nicht mache. OK, eine Reise zum Nordkap wäre tolle, aber dafür fehlt im Moment der schnöde Mammon. Ansonsten versuche ich, meine Träume zu verwirklichen. Einmal einen Affen flauschen steht noch auf dieser Liste und ich hoffe, das schaffe ich noch irgendwann. Oder mit einem Windjammer mitfahren, aber auch dieser Traum ist nicht so abgehoben, dass ich ihn nicht irgendwann erleben könnte. 

Nein zu sagen habe ich in den letzten Jahren wohl ganz gut gelernt, sodass ich mit mögen und nicht mögen sehr im Reinen liege. Das macht mich gerade ganz tief innen drin sehr zufrieden… 

Danke an Alexandra, die sich die Philosophie-Challenge ausgedacht hat.