Fertig genäht: Hoodie „Frau Toni“

Was macht frau, wenn sich die schlimmen Nachrichten häufen und man droht, in negativen Gedanken zu versinken? Richtig, frau beherzigt den lieben Ratschlag einer guten Freundin, sucht sich eine Tätigkeit, die einfach nur gut tut und lenkt sich erfolgreich ab. So wurde in der letzten Woche mein neuer Hoodie „Frau Toni“ fertig.

Vor dem Nähen stehen aber zunächst gewisse Vorarbeiten an:

Erst einmal muss der Schnitt zusammengeklebt und sauber ausgeschnitten werden. Anfangs war ich da manchmal nicht so genau, aber hier rächen sich, insbesondere bei Baumwollstoffen, kleine Fehler. Unsaubere Schnitteile ergeben einfach auch keinen ordentlichen Zuschnitt.

Fast immer muss ich die Längen aller Teile ändern. Ich bin nur 1,60 Meter groß und die meisten Schnitte sind in meiner Größe einige Zentimeter zu lang. Das gilt auch für die Ärmel. Bei „Frau Toni“ habe ich mit dem Kurvenlineal sorgfältig die Linie des Ärmels angeglichen, so passt alles perfekt.

Eine tolle Hilfe beim Zuschneiden sind diese Nähgewichte. Sie fixieren das Schnittmuster fest auf dem Stoff und, anders als bei Stecknadeln, wellt sich dadurch nichts und das Zuschneiden geht sehr schnell von der Hand. Die Gewichte haben kleine Pins auf der Unterseite, anders als die selbstgebastelten Bleigewichte die ich bisher hatte, und halten dadurch alles absolut stabil am Platz.

Das Nähen von „Frau Toni“ geht eigentlich sehr flott, die Anleitung ist super geschrieben, auch Anfänger können sich getrost an diesen Schnitt wagen.

Trotzdem meine Overlook sehr sauber transportiert, sichere ich wichtige Nahtstellen innerhalb der Nahtzugabe mit der Nähmaschine. Meistens verwende ich hierfür die Bernina 560, da diese mit den unterschiedlichsten Stoffen ein wenig besser zurechtkommt als meine „dicke Bertha“, die Brother VQ2. Das Ergebnis sind, wie oben zu sehen, genau aufeinander treffende Nahtkreuzungen auch unter den Armen.

Den Saum habe ich, anders als angegeben, erst nach dem Schließen der Seitennähte umgebügelt und gecovert. So kann ich das Shirt anprobieren und die Länge gegebenenfalls nochmals korrigieren.

Zum Zurückschneiden verwende ich immer meine Applikationsschere. Nachdem ich es mehrfach geschafft habe, in die Covernaht zu schneiden, habe ich mir endlich so ein praktisches Teilchen zugelegt.

Der fertige Hoodie. Bei „Frau Toni“ finde ich so toll, dass es keine Bänder am Kragen gibt. Da ich nicht, wie die Arbeiter der New Yorker Kühlhäuser, für die dieser Pulli ursprünglich entworfen wurde, meinen Kopf vor der Kälte schützen und die Kapuze zubinden möchte, benötige ich die Bänder nicht und ziehe sie aus gekauften Hoodies sofort heraus. Der Sitz ist schön lässig, eben genau so wie ein bequemer Hoodie für die Freizeit sitzen muss.

Die Kapuze darf nochmal unters Bügeleisen sehe ich gerade, dafür sieht man auf diesem Bild den schönen Stoff richtig gut. In diesen war ich schockverliebt und überlege, ob ich ihn mir nochmal in einer anderen Farbe kaufe. Gefunden habe ich ihn bei Glaeser Textil in Mindelheim, meiner bevorzugten Stoffquelle.

Die Front präsentiert sich statt mit Bindeband mit einem kleinen, aber sehr gemütlichen, Stehkragen. Der ist an nicht ganz so kalten Tagen ausreichend warm, sodass ich auf kurzen Hunderunden gar keinen zusätzlichen Schal benötige.

Die Eckdaten:

Verwendete Maschinen: Elna Overlock, Juki Covermaschine und meine Bernina B560.
Stoff: Auf der Innenseite glatter Sweatshirtstoff von Glaeser Textil.
Schnittmuster: „Frau Toni“ von Fritzi – Schnittfreif (Makerist-Link)
Genähte Größe: Gekürzte L, M hätte eventuell auch gereicht