Das erste geplottete Shirt – ich bin schockverliebt!

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Bereits seit einer Woche schwebe ich jetzt im Plotterhimmel, wollt Ihr das tolle Teilchen mal sehen? Er ist nämlich lila und richtig, richtig hübsch:

OK, Schönheit ist kein wirkliches Qualitätsmerkmal eines Plotters, aber schaden kann sie ja auch nicht, oder? Aber auch die Bedienung ist denkbar einfach und ich habe mich bisher, ohne die Anleitung ausführlich zu lesen, sehr gut zurechtgefunden. Auch die Software ist eigentlich selbsterklärend.

Meinen ausführlichen „Anfangsbericht“ findet Ihr im Zuge des dreimonatigen Testzeitraums im Nähratgeber des Nähparks. Dort findet Ihr dann auch alle technischen Details und natürlich alles, was mir bei der Ausführung meiner ersten Plotts so aufgefallen ist. Hier im Blog werde ich nur über die aktuellen Projekte berichten und ich glaube, das werden viele. Die Möglichkeiten sind so zahlreich, dass ich fast ein wenig erschlagen bin.

Also habe ich mit etwas ganz Einfachem begonnen, einem Statement-Sportshirt.

Genäht ist es aus einem Viskosejersey, gefunden in der Kruschtkiste meines örtlichen Stoffhändlers. Er hat mir deutlich gezeigt, warum er dort gelandet ist: Er ließ sich unheimlich schlecht verarbeiten und andere Näherinnen waren wohl klüger als ich. Damit er nicht aus dem Transport der Overlock rutschte, musste ich die Pinzette zur Hilfe nehmen und die Cover wollte sehr sorgfältig eingestellt werden. Einzig meine Bernina hat mich nicht im Stich gelassen. Mit angebrachtem Overlock- und Obertransportfuß war auch dieser Stoff für sie kein Problem.

Danach ging es ans Plotten. Ein Schriftzug war rasch gefunden und in das Programm eingelesen. Die Übertragung funktioniert kabellos und schon konnte es losgehen. Hier das fertige Ergebnis:

Ich hatte nämlich vermutet, der mehrfarbige Plott wird schwierig, aber für den Brother Scan’n’Cut CM900 hätte besser gepasst: „Alles ist unkompliziert, wenn Du die richtige Maschine hast.“

Durch die integrierte Scanfunktion ist es ganz einfach zu sehen, wo die Folie auf der Matte liegt. Dadurch kann man eigentlich gar nicht darüber hinaus schneiden (davor hatte ich viel Angst) und die materialsparende Positionierung ist ein Kinderspiel. Plotterfolien sind ja nicht ganz billig, und da finde ich alter Sparfuchs das sehr wichtig.

An die Schnitttiefe habe ich mich, das war ein Tipp der Nähpark-Profis, ganz langsam von Stufe 1 ausgehend, herangetastet. Durch die Probeschnitte hat auch das super geklappt und die Matte blieb heil.

Entgittert* habe ich mit einer langen Stecknadel – die Werkzeuge meines Mannes fand ich total unpraktisch. Anschließend werden die einzelnen Farben nacheinander positioniert und mit starkem Druck (wir haben noch keine Bügelpresse) aufgepresst. Da die Fläche vom Bügeleisen, die heiß genug wird, recht klein ist, muss man das sowieso nacheinander machen. Ich habe die Temperatur mit einem Bratenthermometer überprüft, bei meinem Eisen schwankt diese sehr und sie sollte für festen Halt des Schriftzugs eine bestimmte Temperatur nicht über- oder unterschreiten.

*Entgittern: Das was geschnitten wurde kommt ja komplett aus dem Plotter, man kann nur die Schnittlinien auf der Folie erkennen. Zunächst muss man diese rund um den Schriftzug entfernen und dann die Löcher, beispielsweise beim „L“, vorsichtig vom nicht benötigten Material befreien.

Die Fakten: 

Schnittmuster: Kim_b, abgewandelt als Shirt
Material: Viskosejersey
Plott: Flexfolie aus dem Sammelsurium meines Mannes, Quelle unbekannt

Zum Einsatz gekommene Maschinen: Bernina B560, Elna 664 PRO, Juki MCS 1500, Plotter Brother Scan’n’Cut CM900