Ein sorgenreiches Wochenende

..das aber Gott sei Dank einen guten Ausgang (im doppelten Sinne des Wortes) fand.

Das Drama begann bereits Freitag. Funghi, unser Thaikater erbrach abends sein Futter und sollte es in der Nacht weiter gehen. Als auch das Frühstück auf dem Boden landete, haben wir mit der Tierklinik Kontakt aufgenommen. Funghi bricht sonst nie, es war also klar, irgendetwas stimmt hier nicht.

Die Ärztin dort meinte, sofern er ansonsten fit wirkt und kein Fieber hat, könnten wir noch bis 18 Uhr warten und hoffen. Schließlich ist Samstag und da würde es leider etwas teurer. Es wurde nicht besser und so machten wir uns mit einer laut protestierenden Katze auf den Weg zum Tierdoc.

Auf den ersten Blick schien alles OK: Kein Fieber, Katze normal. , Ärztin riet uns zu röntgen und nach Gabe eines Medikaments gegen das Erbrechen und einem Kontrastmittel musst Funghi diesen Teil des ungewollten Ausflugs alleine durchstehen. Ergebnis: Irgendwas befand sich in dem kleinen Magen, das den Durchgang zum Darm versperrt. Halbrund, etwa 1,5 mal 1 Zentimeter groß. Wir konnten uns nicht erklären was das sein könnte; wir vermissten keinen Gegenstand und auch kein Tierspielzeug.

Die Ärztin war sich allerdings recht sicher, dass es sich um organisches Material handelt. Ein Haarball? Das hielt ich für unwahrscheinlich, da Funghi kaum haart und sich gerne bürsten lässt. Spontan kamen wir auf ein Stück von einem von Luckys Schweineohren und da diese Erklärung auch für die Tierärztin stimmig war, durften wir den Patienten wieder mit nach Hause nehmen. Wir sollten aber sofort kommen, wenn er wieder erbräche, ganz egal, zu welcher Uhrzeit das sei. Kleine Portionen leicht verdaulichen Futters sollten wir geben, in der Hoffnung, das was da ist rutscht mit durch.

Es begann eine lange und gleichzeitig sehr kurze Nacht. Bei jedem Mucks der Katzen standen wir senkrecht im Bett. Erst gegen drei Uhr, als es sich Funghi in meinem Bett bequem gemacht hatte, kamen auch wir ein wenig zur Ruhe. Der Sonntag brachte mit jeder Katzenmahlzeit etwas Erleichterung, denn die Miez erbrach nicht mehr und genoss die viele Aufmerksamkeit schnurrend. Doch noch war der Stubentiger nicht über den Berg, noch war der Fremdkörper ja im Bäuchlein.

Nachts um zwei schoss ich mit einem Schrei aus dem Bett. Ich hatte ein Geräusch gehört und das Scharren im Katzenklo mit den katzenüblichen Würgegeräuschen verwechselt. Im Katzenstreu lag weicher Kot, eindeutig von Funghi, da mich dieser, entrüstet ob des nächtlichen Lärms, erstaunt aus seiner Toilette anblickte.

Hat man wie ich mal in der Pflege gearbeitet, wird man recht robust gegenüber Körperausscheidungen. Ich habe also seziert, was der Kater da so von sich gab. Das war gar kein Durchfall. Das waren von weichem Kot ummantelte Haare, ganz fest zusammengefilzt. Im Inneren fand ich – ein Stück Schweineohr, das die nötige “Klebkraft” gab und dafür sorgte, dass Ohr und Haare zu einem harten Klumpen verschmolzen.

Wie erleichtert ich war, das könnt Ihr Euch sicher denken. Als ich am nächsten Tag die frohe Botschaft der Tierärztin mitteilte meinte diese: “Schweineohren werden so pappig, die sollten Sie mit viel Bedacht füttern. Die klebten schon im Rachen von Hunden, die zu mir in Behandlung kamen. Wenn es ganz dumm läuft, kann das zur Erstickung führen.” Was es hier für Lucky seit Samstag nicht mehr gibt und nie mehr geben wird, war nach dieser Aussage klar. Hundekuchen sind auch fein zum knabbern und für alle Vierbeiner der Familie eindeutig ungefährlicher.