Tagebuch Dienstag, 24.09.

Gesehen: Die bei uns in diesem Jahr an vielen Feldrändern angesäten (oder wild wachsenden?) Blumenstreifen sind verblüht und vertrocknen. Das schafft diese wundervoll morbide Atmosphäre, die ich am Herbst so mag.

Gehört: Den Thaikater.  Der ist aktuell wieder so redselig, das zerrt unglaublich an den Nerven. Irgendwas zwischen „rollige Katze“ und „unbespaßtes Katertier, das alles Leid der Welt rausmiauen muss“ macht das Arbeiten im Homeoffice zur echten Konzentrations- und Geduldsprobe.

Getan: Ein langer Hundespaziergang in der warmen Spätsommersonne. Wiederhole ich mich wenn ich sage, wie sehr ich diese Jahreszeit mag?

Den Umbau meines Nähzimmers umgeplant. Von den bestellten Schränken vom Discounter mit dem L kam heute einer, der Rest wurde postwendend storniert. Die Qualität hielt den gestrengen Augen des hier lebenden Werklehrers nicht stand (Das hätte ich auch wissen können. Wir suchen nicht umsonst Monate nach Möbeln die zum Zwiebelleder und zu seinen Ansprüchen passen.) Es wird jetzt nachhaltiger: Die aktuell hängenden Schränke vom Möbelschweden werden durch einen weiteren ergänzt. Das Glas „pimpe“ ich mit Milchglasfolie oder beziehe stabilen Karton mit Stoff (Leider habe ich da in den Ikea-Hacks nichts gefunden.) Somit bieten die Schränke keinen Blick mehr auf das übliche Samelsurium einer Näherin. Die Stickmaschine zieht auf ein Malm-Regal um, das dann eine bessere Arbeitshöhe und den nötigen Platz fürs Zubehör bietet. Die aktuell hellblaue Wand streichen wir in Sonnengelb, denn das Zimmer ist gerade in den Wintermonaten durch die Schräge recht düster. (To be continued, erfahrungsgemäß planen wir noch zweihundertdreiunddrölfzigmal um.)

Meine Welse haben eine Wasserpflanze komplett zerstört, sodass sie in Einzelteilen durchs Becken trieb. Wie gut, dass in diesem Haushalt zwei Aquarien stehen und wir immer mal wieder Wasserpflanzen austauschen können. Der beste Sohn aller Zeiten hatte gerade einen schönen Ableger, der die Lücke in meinem Becken schließen durfte. Meine Garnelen freuen sich, denn da sein Becken mehr Sonne abbekommt haben seine Pflanzen stärkere Algenbeläge. Ein Festmahl für die Armanos.

Gelesen: Zeitung.

Gedacht: „Wie kann man nur so blöd sein!“ (Das bezog sich auf eine junge Frau, die mit dem Handy im Auto telefonierend fast einen LKW übersehen hätte und stark bremsen musste. Sie hat fröhlich weiter gequasselt als wäre nichts.)

Gefragt: „Kommst mit Gassi?“ (Den Mann, der Hund muss ja sowieso.)

Gefreut: Dass genau Mittags die Sonne so schön schien.

Geklickt: Facebook, was nicht mehr allzu oft vorkommt.

Gegessen: Tofu-Mango-Curry mit Vollkornreis.

Geplant: Siehe getan.

Und sonst so: Der Discounter mit dem L schafft es doch nicht, die Schränke zu stornieren. DHL wird sich freuen und bringt mir morgen 10 Pakete, jedes einzeln. Ich betrachte es als stille Rache an zwei mehr als unfreundlichen Paketzustellern. Doof ist nur, dass der Lieblingsmann die ganzen Pakete zurück zur Post bringen muss. Merke: Möbel zu bestellen war ein einmaliger Versuch.