Do-It-Yourself, Patchwork

Anleitung – Applikation, Teil 2

Eigentlich hatte ich Euch die ja schon fürs letzte Wochenende versprochen, aber ein abgebrochener Zahn hatte mich die ganze Woche lahmgelegt. Nun ist alles wieder in Ordnung, der Zahnarzt-Stress ist vergessen und es geht mit dem zweiten Teil meiner Applikations-Anleitung weiter.

Gerade bei so detaillierten Applikationen wie meinen Ladys finde ich es sinnvoll, die Position der Einzelteile grob anzuzeichnen. Bleistift und Schneiderkreide nehme ich dafür ungern, das wird mir einfach zu ungenau, ich verwende statt dessen einen ausradierbaren Stift:

Das tolle an diesem ist, dass er auf hellen Stoffen durch Hitze vollständig verschwindet.


Seht Ihr den Abdruck des Bügeleisens? Wie durch Zauberhand ist die Schrift durch die Hitze verblasst.

Auf dunklen Stoffen bleibt manchmal ein leicht weißer Rand, der bei mir beim Waschen bisher jedoch immer rausging. Eine Probe ist aber bei dunklen Geweben in jedem Fall empfehlenswert.

Einen Teil der Stoffstückchen habe ich hier schon aufgebügelt, rechts oben kann man die grob aufgezeichneten Umrisse (auch hier ist die Lichtbox eine super Hilfe) erkennen. Bei so vielen Einzelteilen passiert es schnell, dass man Teile, die in den Vordergrund gehören, hinter andere schiebt oder ganz falsch aufbügelt.

Bitte zieht dann nicht an den Stoffstückchen, dadurch gehen sie nämlich zum Einen kaum ab, sie fransen aber auch total aus und verziehen sich. Macht die Teilchen mit dem Bügeleisen nochmal ein wenig warm, dann lassen sie sich vorsichtig lösen und nochmals aufbügeln.

Fertig, jetzt geht es endlich an die Nähmaschine.

Hier mache ich immer Probenähte, denn beim Applizieren sind saubere Stiche in der richtigen Größe sehr wichtig. Wie die Applikation später wirkt, wird maßgeblich durch diese beeinflusst. Eng gesetzte Zickzack-Stiche (Satinstich) in der Farbe des Stoffes wirken recht modern und, abhängig von der gewählten Breite, mehr oder weniger zurückhaltend. Allerdings kann das bei kleinen Teilen sehr steif werden, es kommen ja sehr viele Stiche auf engstem Raum zusammen.

Deshalb habe ich mich, wie in der Anleitung empfohlen, für den Knopflochstich entschieden. Der wurde in diesem Fall mit der Brother VQ2 schöner als mit der Bernina B560.

Tipp: Werden die Applikationsstiche nicht schön gleichmäßig oder zieht es den Stoff zusammen, unbedingt mit ausreißbarem Stickvlies hinterlegen.

Ich appliziere immer mit Maschinenstickgarn. Das glänzt schön, was mir bei Applikationen einfach besser gefällt. Zudem ist es ein wenig feiner, sodass die Kanten nicht so hart werden. Gerade wenn man mit Zick-Zack-Stich appliziert, ein großer Vorteil. Bei Stickgarn ist es leider häufig so, dass nicht jede Maschine jede Garnsorte mag. Es lohnt also, klappt es mit der einen nicht, einfach mal eine andere zu testen. Rollt das Garn zu schnell ab, stülpt ein kleines Netz darüber oder stellt es in einen Garnständer neben die Maschine.

Meine Einstellungen an der Brother VQ2:


Ganz oben ist der Schwebemodus des Füßchens. Sofern Eure Maschine diesen bietet, unbedingt aktivieren. Er erleichtert das Nähen um Kurven sehr und ist viel komfortabler als der Kniehebel finde ich. Das automatische Vernähen habe ich in beim Applizieren deaktiviert.

Tipp: Viele Maschinen machen beim Vernähen auf der Stelle, wurde zuvor die Fadenschere verwendet, hässliche Knoten oder Fadensalat. Dies lässt sich meistens verhindern, indem Ihr den Oberfaden ein wenig länger zieht und festhaltet.

Den Knopflochstich spiegle ich, je nachdem in welche Richtung ich nähen möchte. Die Länge variiere ich, abhängig davon, wie groß das aufzunähende Stoffstückchen ist:

Stichlänge 1,5, Stichbreite 1,5 bei sehr kleinen Teilen.
Stichlänge 2 und Stichbreite 2 ist mein Standard.
Große Teile wie den Mantel appliziere ich mit Stichlänge 2,5 und Stichbreite 2,5.

Beim Applizieren bevorzuge ich einen Klarsichtfuß, der mir freie Sicht gewährt. Anders als beim “offenen” Applikationsfuß sehe ich mit ihm auch seitliche Ränder super.

Den gibt es für fast alle Maschinen, er kostet nicht viel, erleichtert die Arbeit aber sehr.


Beim Nähen lasst Euch Zeit, das Ergebnis lohnt die Geduld. Ich reduziere die Nähgeschwindigkeit deutlich. Geht das bei Eurer Maschine nicht, vorsichtig aufs Pedal treten, damit die Maschine nicht unkontrolliert losdüst.

Es ist wichtig, möglichst exakt an den Kanten entlang zu nähen, sonst sieht die Applikation unsauber aus. Dabei liegt der senkrechte Stich direkt neben dem aufzunähenden Stoffstückchen, die Querstiche befestigen dieses. An Rundungen darauf achten, dass der Stich möglichst zur Mitte zeigt.


Hier habe ich schon ein paar Teile appliziert und man kann gut erkennen, wie viel plastischer das Motiv durch die dunkle Umrandung wirkt.

Viel Spaß beim Applizieren!

No Comments

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO